Medizinisches Zentrum St. Maximilian-Kolbe in Sabou, Burkina Faso
Die Minoriten-Franziskaner sind seit 2002 in der Pfarrei St. Lukas in Sabou, Burkina Faso, Provinz Boulkiemdé tätig. Nachdem sie festgestellt haben, dass die medizinische Versorgung der Bevölkerung sehr schlecht ist, haben sie zusammen mit den Minoriten-Franziskanerinnen beschlossen, ein medizinisches Zentrum zu bauen. Das Zentrum untersteht dem Gesundheitsministerium des Staates Burkina.
In dieser landwirtschaftlichen Gegend, die rund 100 km südlich von Ouagadougou gelegen ist, ist die Gesundheitsversorgung unzureichend. Es gibt nur wenige Hilfsapotheken und keinen einzigen Arzt für die Bevölkerung von 80.000 Einwohnern. Das nächstgelegene Krankenhaus befindet sich in Koudougou, das ist eine Stunde Autofahrt von dieser Zone entfernt.
Das Krankenhausprojekt in Sabou ist ein Projekt, das hier Abhilfe schaffen soll. Es wird von den Franziskanerinnen betreut. Die Leiterin ist eine französische Ordensfrau und Ärztin, die wir kennen gelernt haben . Dass das Land Burkina-Faso - eines der ärmsten Länder der Welt - Hilfe braucht, beweisen auch diese Zahlen
Ziel ist es also, die medizinische Versorgung der Bevölkerung von Sabou und seinen umliegenden Dörfern durch ein neues medizinisches Zentrum mit angeschlossener Apotheke zu verbessern.
Folgende Dienste werden angeboten:
Notfalldienste
allgemeinärztliche Praxis
Vor- und Pränatale Beratung und Impfungen
Ein Labor
Untersuchung und Bekämpfung der Unterernährung
Untersuchung und Betreuung der sexuellen Infektionen
Betreuung und Prävention ansteckender Geschlechtskrankheiten und insondere AIDS
Auflage eines Programms, diese Infektionen zunächst festzustellen
Erste zahnärztliche Untersuchungen und Behandlung
Auf einem Gebiet von ca. 9 Hektar sind inzwischen drei Pavillons zu je 300 qm mit Gesamtkosten von rund 220.000 € aufgestellt worden. Auch das Zentrum zur Ernährungsberatung und Ernährungsunterstützung (1.300 qm, Kosten von 314.000 €), das von den Ordensschwestern, Soeurs Mineures de Marie Immaculée – SMMI- betrieben wird, ist fertiggestellt.
Das Krankenhaus besteht aus dem Haus 1, in dem die Kasse, die Apotheke, das Labor und die Zahnarztpraxis untergebracht sind. Das Haus 2 besteht aus der Notfallaufnahme, einer kleinen Apotheke für Erwachsene und Kinder, Haus 3 ist das Krankenhaus mit 20 Betten. Das Ernährungszentrum ist für unterernährte Kinder, gleichzeitig aber auch für die Ernährungs-Schulung der Mütter bestimmt.
Die Pavillons sind inzwischen fertig gestellt. Das Ernährungszentrum für unterernährte Kinder hat seine Arbeit aufgenommen. Die Fertigstellung erfolgte Ende Februar 2009.
Die offizielle Einweihung wird am 08. Dezember 2009 erfolgen.
In einem Schreiben vom 30.Juni 2009 haben die Schwestern berichtet, wie ein Teil des gespendeten Geldes bereits für das Krankenhaus verwendet worden ist:.
1. 5 Krankenschwestern konnten für drei Monate beschäftigt werden.
2. Schulung einer Krankenschwester in Tropenmedizin
3. Bau eines Sonnendachs für die Ambulanz und die Mofas des Personals, damit die Ambulanz beim Einsatz nicht zu heiß ist.
4. Sie haben Möbel für die Untersuchungs- und Krankenzimmer bauen lassen, wie Medizinschränke, Untersuchungsliegen, Infusionsständer, Garderobenschränke, etc.
Weitere Spendengelder sind für folgende Anschaffungen vorgesehen:
1. Zwei Gaskühlschränke für Impfstoffe, jeweils 1.200,00 €
2. Anstelle der handbetriebenen Wasserpumpe, ein kleiner Motor ca. 1.000,00 €
3. Finanzierung eines Stromgenerators anstelle der beiden alterschwachen und sehr teuren Geräte (Baujahr 1965)
Außerdem werden Patenschaften für Krankenpfleger und Krankenschwestern gesucht. Für die Anstellung einer Krankenschwester genügen 200 € pro Monat, für Hilfspersonal 100 € bis 150 € pro Monat.
Die Bürger der Stadt Abensberg haben bereits über 50.000 € gespendet und damit nicht nur die Anschaffung eines Krankenwagens, eines Blutanalysegerätes, eines Kühlschrankes für Medikamente, die Aids-Ausbildung der leitenden Ärztin und Tropenmedizinausbildung der Krankenschwestern finanziert, sondern auch die Vorbereitung für die Erweiterung des Krankenhauses in Sabou.
Vom 21. bis 29. März 2009 fand unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus, Herr Dr. Ludwig Spaenle, sowie mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes, eine Ausstellung über moderne Malerei und mit Musik aus Westafrika „Main dans la Main“ in Abensberg und Neustadt statt.
In einer Woche haben 2000 Besucher die teilweise sehr hintergründigen und geheimnisvollen Bilder der Künstler bewundert. Für 27.000,00 € wurden Bilder verkauft. 40 % des Erlöses gingen wiederum an das Krankenhaus in Sabou.
Link: www.kunst-solidaritaet.de
7. Oktober 2009
Felicitas und Hanns-Peter Kirchmann sind wohlbehalten von Ihrer Reise nach Burkina zurückgekehrt. Dank der Hilfe der Freunde des Kinderkrankenhauses in Sabou aus Abensberg und Umgebung konnten Sr. Marie für das Krankenhaus für viele tausend Euro Medikamente übergeben werden, die sie zur Zeit in Burkina nicht findet, aber dringend benötigt. Besonders herzlicher Dank gilt dabei Herrn Apotheker Güntner, der sich aufopfernd darum gekümmert hat, von den Pharmaunternehmen Medikamentenhilfe zu bekommen. Besonderer Dank gebührt auch Frau Gerlinde Meier von Eine-Welt-Hilfe in Train, die hier intensiv bei der Beschaffung der Medikamente mitgewirkt hat.
Das Krankenhaus ist jetzt weitgehend fertig gestellt. Im nächsten großen Schritt muss eine optimale Strategie und Management für den Betrieb des Krankenhauses gefunden werden. Hier gibt es vor allem Probleme bei den Mitarbeitern. Es gibt zu wenig ausgebildete Spezialisten für Krankenhausverwaltung, Einkauf, Rechnungswesen, Labor, ein Techniker den Unterhalt und „ein Mädchen für Alles“ , Stellen die besetzt werden müssen, sei es aus dem Orden oder auch von Freiwilligen. Herr Kirchmann erarbeitet zur Zeit mit dem Superior des Franziskanerordens, der als „Investor“ des Krankenhauses zusammen Sr. Marie ein Strategiepapier, das auf den möglichen Hilfsmitteln aufbaut und demnächst verabschiedet werden soll.
Am 08. Dezember 2009 wird Herr Kirchmann zur Einweihung des Kinderkrankenhauses, zu der auch der deutsche Botschafter in Burkina Faso, eingeladen wird, fahren. In der Zeit vom 08. bis zum 11. November 2009 kommen außerdem die bereits bekannte Sr. Christine, die Ärztin des Krankenhauses in Sabou, Sr. Marie, sowie Sr. Edith, eine burkinabeische Schwester, die nicht nur gut singen, sondern schön Djembé spielen kann, auf dem Weg von der Ordenskonferenz in Venedig nach Burkina Faso auch nach Abensberg. Die Veranstaltung mit den Schwestern, bei der auch erstmals der Film „Main dans la Main“ von Meada Mounajed, Rapunzelfilm, gezeigt wurde und die fast 100 Bürgern aus Abensberg und Umgebung besuchten, war ein großer Erfolg.
Außerdem soll schon jetzt darauf aufmerksam gemacht werden, dass an Weihnachten 2010/2011 eine allerdings sehr eng begrenzte Gruppe von 15 Interessierten unter Führung von Maurice de Villepin aus Burkina und Herrn Kirchmann eine Reise durch Burkina machen kann. Auch hier wird Näheres noch bekannt gegeben.
27.06.2011
Seit dem letzten Statusbericht ist jetzt fast ein Jahr mit vielen Initiativen, erfreulichen, aber auch enttäuschenden Ereignissen vergangen. Die wichtigste Nachricht ist, dass die Stiftung Main dans la Main gemeinsam mit der Hilfsaktion-Noma e. V. Eichendorffstr. 39, 93051 Regensburg, beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit einen Förderantrag auf Erweiterung des Krankenhauses um eine Entbindungsstation mit Operationsblock gestellt hat.
Hintergrund ist eine Evaluierungsstudie eines renommierten deutschen Krankenhausconsultings, der EPOS GmbH in Bad Homburg mit dem Ergebnis, dass eine post- und pränatale medizinische Versorgung von Mutter und Kind in der Region von Sabou nicht angeboten wird und deshalb die Kindersterblichkeit mit 184 von 1000 Kindern fast doppelt so hoch ist, wie im übrigen Land (100 von 1000 Geburten). Wir hoffen inständig, dass der Förderantrag genehmigt wird.
Mit sehr viel Aufwand und großem Engagement der technischen Universität München, der kplan AG in Abensberg und der G-Tec-Ingenieure in Siegen, wurde außerdem beim Bundesforschungsministerium ein Antrag gestellt, die Forschung zur Erzeugung von Energie im Bereich von 20 bis 100 KW in der Subsaharazone zu fördern. Trotz eines unglaublich großen Aufwands – alleine für die Vorbereitung der Untersuchung wurden fast 60 000 € aufgewandt – hat der Projektträger des Bundesforschungsministeriums, die Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungen, AIF, diesen Antrag abgelehnt. In der Begründung heißt es, dass die Kombination von Solarzellen mit Biogas bereits genügend erforscht sei. Dabei haben die Herren in Berlin offensichtlich übersehen, dass Solarzellen in Deutschland und in Afrika zwei Paar Schuhe sind und dass man selbstverständlich in Afrika auch Biogas nach deutschem Standards produzieren kann, indem man Reis, Mais und Sorgho vergären und zu Gas werden lässt. Aber – und auch das haben die Herren im Forschungsministerium offensichtlich nicht gewusst, - dass Mais und Sorgho und CO in Afrika dringend zum Essen und nicht zur Erstellung von Biogas gebraucht werden und Main dans la Main deshalb Untersuchungen mit alternativer Biomasse anstellen muss.
Es geht hier also darum und Ziel des Forschungsauftrages war unter spezifischen, soziologischen, klimatologischen und technischen Voraussetzungen ein Stromversorgungskonzept für mittelgroße Stromverbraucher zu finden, das mit lokaler Biomasse funktionieren kann. Ein paar Beobachter zur Szene vermuten allerdings, dass die Herren in Berlin, die im Wesentlichen aus den neuen Bundesländern kommen, es lieber gesehen hätten, wenn wir für die ehemalige DDR einen Forschungsauftrag beantragt hätten.
Inzwischen wird der Förderantrag anderen Fördergebern in der Bundesrepublik und EU vorgestellt, ggf. wird die Stiftung die Solar- und Biogasindustrie ansprechen müssen
Bankverbindung für Spenden:
Kath. Kirchenstiftung, Konto 600 203 122
BLZ 750 690 15, bei der Raiffeisenbank Bad Gögging
Internationale Überweisungen:
BIC: GENO DE F1 NGG
IBAN: DE 94 7506 9015 0600 203122
Bitte geben Sie als Verwendungszweck an: Krankenhaus Burkina Faso
Vielen Dank!
Franziskanerschwester Marie,
Ärztin und Leiterin des Krankenhauses
mit einem kleinen Patienten
weitere Bilder >
| Burkina Faso | Europa | |
| 1. Lebenserwartung | 47 Jahre | 80 Jahre |
| 2. Gesundheitsausgaben pro Jahr | 32 € | 3.039 € |
| 3. Durchschnittlicher Mindestlohn pro Monat | 50 € | 900 € |
| 4. Zugang zu Trinkwasser | 51 % | 100 % |
| 5. Grundschulausbildung | 50 % | 100 % |